Regeln

R&A und USGA planen einheitliches Handicap-System

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Die offiziellen Regelorgane USGA und R&A planen die Vereinheitlichung der bestehenden sechs weltweiten Handicap-Systeme. Details sind noch nicht bekannt.

"Mit einem einheitlichen System könnte man Golfplätze besser raten und Handicaps gleichmässiger berechnen. Und das weltweit", sagt Mike Davis, Executive Director und CEO der USGA. "Dadurch würden wir Grenzen entfernen und überall sowie Jedermann einen einfacheren Einstieg in diesen wunderbaren Sport ermöglichen."

Nach der geplanten Vereinfachung der Golfregeln, die Anfang 2019 in Kraft treten sollen, wollen die beiden leitenden Gremien des Royal and Ancient Golf Clubs (R&A) und der United States Golf Association (USGA) gegen Ende des Jahres Pläne zur Vereinheitlichung des Handicap-Systems veröffentlichen.

So arbeite man bereits mit den unterschiedlichen Ausschüssen der aktuell sechs bestehenden Handicap-Systeme zusammen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, heisst es in einer gemeinsamen Presserklärung von R&A und USGA. Es gehe um ein System, das für die geschätzen 15 Millionen Golfer in 80 Ländern weltweit gelte, für die ein offizielles Handicap geführt wird.

Derzeit existieren mit den Systemen von Golf Australia, des Council of National Golf Unions (CONGU; in Großbritannien und Irland), der European Golf Association (EGA; zu der auch Deutschland zählt), der Sputh African Golf Association (SAGA), der Argentine Golf Association (AAG) sowie der United States Golf Association (USGA) sechs verschiedene Handicap-Systeme, nach denen die Spielstärke eines Golfers in den jeweiligen Ländern bestimmt wird.

Auch der Deutsche Golf Verband (DGV) bringt seinen Standpunkt als zweitgrösster Mitgliedsverband der EGA ein. Dabei ist es dem DGV wichtig, auf die insbesondere in Deutschland positiven Entwicklungen des bereits umgesetzten EGA-Vorgabensystems hinzuweisen und die gewonnen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Gibt es bald ein einheitliches Handicap-System?

"Die Golforganisationen aus den unterschiedlichen Teilen der Welt setzen sich seit zwei Jahren mit dem vorgeschlagenen System auseinander, um ihm den letzten Schliff zu verpassen", heisst es in der Meldung weiter. "Dabei müssen die unterschiedlichen Golfkulturen und gängisten Formate in Betracht gezogen werden."

Dazu der Geschäftsführer der R&A, Martin Slumbers: "Uns ist schon eine ganze Weile bewusst, dass vielen Golfer die bestehende Handicap-Landschaft viel zu kompliziert ist. Das kann durchaus frustrierend sein, wenn nicht auf der ganzen Welt mit dem Handicap gleich umgegangen wird." Deshalb arbeite man mit den unterschiedlichen Handicap-Gremien der jeweiligen Länder zusammen, um von deren Erfahrungen zu profitieren. "Wir versuchen, ein System auszuarbeiten, das einfach zu verstehen ist und auf der ganzen Welt einheitlich Anwendung findet."

Unter der Führung von R&A und USGA wurde dazu ein Ausschuss gebildet, das aus Repräsentanten der unterschiedlichen Handicap-Systeme besteht. Hinzu kommen Vertreter der Japan Golf Association sowie von Golf Canada. Das Kommitee plant, weitere Infos zu den anstehenden Änderungen am Handicap-System gegen Ende des Jahres zu veröffentlichen.

"Wir begrüssen grundsätzlich die Einführung eines weltweit einheitlichen Systems und sind der Überzeugung, dass dadurch aktiven Spielern der Umgang mit dem Handicap vereinfacht und Neu-Golfern der Zugang zu unserem Sport erleichtert werden kann", sagt Alexander Klose, Vorstand Recht und Services des Deutschen Golf Verbands. "Das trägt dann auch zu unserem nationalen Ziel, ‘mehr golfspielende Golfer’, bei. Wichtig wird allerdings sein, was am Ende konkret auf dem Papier steht."