Masters Tournament

García gewinnt höchst emotionales Masters

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Sergio García siegt in einem nervenaufreibenden Finale im Stechen gegen seinen Freund Justin Rose und holt seinen langersehnten ersten Major-Titel.

Augusta, Georgia - Die Finalrunde des 81. Masters Tournament war ein Mischung aus einem Gemälde von Salvador Dalí und einem Drehbuch von Alfred Hitchcock. Wunderschön anzusehen, aber von Anfang bis Ende fesselnd und nervenaufreibend.

Die Protagonsiten dieses Finale furioso in den Abendstunden des Augusta National Golf Club hiessen Sergio García und Justin Rose. Der Spanier und sein langjähriger Freund aus England begannen die Finalrunde schlaggleich und setzten sich früh vom Rest des Feldes ab. Nach acht Löchern hatte das europäische Duo, das sich nur allzu gut von einer Menge gemeinsamer Ryder Cups kennt, bereits drei Schläge Vorsprung auf die engsten Verfolger. Es kristallisierte sich ein Zweikampf um das Grüne Jackett beim Masters 2017 heraus.

García mit emotionaler Mission beim Masters

Ein Zweikampf, bei dem das Herz der meisten Fans trotz grosser Sympathien für Justin Rose mit Sergio García einen klaren Favoriten hatte. Auf der einen Seite hatte man mit Rose den ersten Olympiasieger im Golf seit mehr als 100 Jahren und US-Open-Champion von 2014. Auf der anderen Seite den oft gescheiterten García, der längst für einen Major-Sieg fällig war, aber bislang jedes Mal scheiterte, wenn es um den Sieg bei einem grossen Turnier ging.

Und dann hatte er auch noch die Chance, sein erstes Major am 60. Geburtstag von Severiano Ballesteros zu gewinnen, der spanischen Legende, die im Alter von 54 Jahren im Mai 2011 viel zu früh verstorben war. Im Augusta National, dem Platz, auf dem Seve zwei Mal zum Masters-Champion gekürt wurde. Beim Masters, das mehr spanische Sieger hervorgebracht hat als jedes andere Major (Ballesteros 1980 und 1983, Olazábal 1994 und 1999).

Doch bei aller Sympathie für García, Rose würde ihm den Titel nicht schenken. Das war so sicher wie das Amen in der Amen Corner.
 

Ein Schlagabtausch, der keinen Verlierer verdient hat


Genau in diesem berüchtigten Verlauf der Löcher 11, 12 und 13 konnte sich der Engländer leicht absetzen. Nach Bogeys des Spaniers auf der 10 und 11 war Rose plötzlich ohne Mühe zwei Schläge in Führung.

 

Das hinterliess bei García offensichtlich Spuren. Auf der 12 pullte er das kurze Eisen links aufs Grün, rettete aber mit einem guten ersten Putt das Par. Auch an der 13, dem vergleichsweise kurzen Par 5 mit dem klangvollen Namen Azalea, verzog García nach links. Sein Ball blieb an einigen Ästen der Bäume genau im Knick des Doglegs hängen und brachte ihn in weitere Bedrängnis, während Rose mit einem perfekten Drive weiter Druck machte.

Masters Tournament 2017 - Finalrunde

Am Ende rettete García trotz Strafschlag in der Manier seines grossen Idols, Severiano Ballesteros, aus dem Wald das Par und Rose verschob seinen kurzen Birdie-Putt, der den Abstand weiter vergrössert hätte. Die Tür für García war wieder offen.

Dieser sah seine Chance und nutzte sie direkt am nächsten Loch. Aus knapp 140 Metern nagelte er seine Annäherung an den Stock und verkürzte den Rückstand mit seinem dritten Birdie des Tages auf nur noch einen Schlag. Auf dem anschliessenden Par 5 legte der Spanier nach und puttete aus fünf Metern Entfernung zum Eagle ein. Rose, der sich am Abschlag kurz an den Oberschenkel griff, gelang dagegen nur das Birdie.

Gleichauf ging das Duo auf die letzten drei Löcher. Spannender hätte man sich die Finalrunde beim Masters nicht wünschen können. Ein ewiger Schlagabtausch zweier grosser Protagonisten, der keinen Verlierer verdient hatte. Doch es musste einen Gewinner geben. Einen, der am Ende des Tags von Vorjahressieger Danny Willett ins Grüne Jackett bugsiert werden würde.
 

Entscheidung fällt erst im Stechen


Der Schlagabtausch, der über 17 Löcher an den Nerven aller Beteiligten gezehrt hatte, sollte auch auf dem 18. Grün noch nicht zu Ende gehen. Nach einer etwas glücklichen Annäherung von Rose, dessen Ball von der Welle rechts im Grün in Richtung Loch getragen wurde, konterte García furchtlos und im Stil eines echten Champions. Beide zittern ihre Siegputts am Loch vorbei.

Es ging ist Stechen und Garcías grosse Stunde war gekommen. Der Spanier legte seine Annäerung erneut pin high knappe drei Meter neben das Loch. Rose puttete zuerst und verfehlte. Sichtbar mit den Emotionen kämpfend, sah García knapp fünf Stunden nach seinem ersten Abschlag seine Birdieputt im Loch verschwinden. Es war der Putt, der ihn endlich zum Major-Champion machte und zu seinen Vorbildern Ballesteros und Olazábal aufschließen liess.